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Web-Sicherheit 10 Min. Lesezeit3. April 2026

Cloud-Sicherheit: Die häufigsten Fehlkonfigurationen in AWS und Azure

85% aller Cloud-Datenpannen entstehen durch Fehlkonfigurationen, nicht durch Schwachstellen in Cloud-Diensten selbst. Wir zeigen die kritischsten Fehler und wie Sie sie vermeiden.

Die Cloud ist nicht unsicher. Aber die Art, wie viele Unternehmen die Cloud konfigurieren, ist es. Das Shared Responsibility Model macht deutlich: AWS, Azure und GCP sind verantwortlich für die Sicherheit der Cloud-Infrastruktur. Sie sind verantwortlich für die Sicherheit in der Cloud - also für alles, was Sie dort ablegen und konfigurieren.

Die kritischsten AWS-Fehlkonfigurationen

1. Öffentlich zugängliche S3-Buckets

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S3-Buckets mit Public Access sind der Klassiker unter den Cloud-Fehlkonfigurationen. Tausende Datenpannen mit Kundendaten, Konfigurationsdateien und sogar Zugangsdaten wurden so verursacht. AWS bietet inzwischen Account-weite S3 Block Public Access Einstellungen - die werden aber nicht immer genutzt.

2. Zu weitreichende IAM-Rollen

Das Prinzip der minimalen Berechtigung wird in der Cloud häufig ignoriert. Lambda-Funktionen mit Admin-Rechten, EC2-Instances mit zu breiten IAM-Rollen, Service-Accounts mit unbenötigten Permissions: Jede übermäßige Berechtigung ist ein potenzieller Angriffsvektor.

3. Security Groups ohne Einschränkungen

Ports, die für alle IP-Adressen (0.0.0.0/0) offen stehen, sind ein häufiges Problem. Besonders kritisch: SSH (22), RDP (3389) und Datenbank-Ports öffentlich zugänglich zu machen.

In unserer Cloud-Security-Praxis finden wir in über 70% der AWS-Assessments mindestens eine kritische Fehlkonfiguration, die einem Angreifer initialen Zugang oder erhebliche Privilege Escalation ermöglichen würde.

Die kritischsten Azure-Fehlkonfigurationen

1. Fehlende MFA für privilegierte Azure AD Konten

Globale Administratoren ohne Multi-Faktor-Authentifizierung sind ein inakzeptables Risiko. Password Spraying und Credential Stuffing sind triviale Angriffstechniken, die ohne MFA sofort erfolgreich sein können.

2. Übermäßige Gastbenutzer-Berechtigungen

Azure AD Gastbenutzer können standardmäßig mehr Informationen über Ihre Organisation abrufen als in den meisten Fällen erwünscht. Directory-Enumeration durch kompromittierte Gastkonten ist ein reales Angriffsrisiko.

3. Fehlende Conditional Access Policies

Ohne Conditional Access können sich Nutzer von beliebigen Standorten und Geräten einloggen. Risikobasierter Zugriff und Geräte-Compliance-Prüfungen sind in einer Zero-Trust-Architektur unverzichtbar.

Häufige Fehler bei beiden Plattformen

  • Secrets und API-Keys in Quellcode oder Umgebungsvariablen statt in Secrets Managern
  • Fehlende Verschlüsselung für Storage und Datenbanken at rest
  • Unzureichendes Logging und fehlende SIEM-Integration
  • Keine regelmäßigen Zugriffsreviews für Berechtigungen
  • Veraltete VM-Images ohne aktuelle Sicherheits-Patches

Was ist ein Cloud-Security-Assessment?

Ein professionelles Cloud-Security-Assessment geht über automatisierte Scanner wie AWS Inspector oder Microsoft Defender hinaus. Es beinhaltet manuelle Analyse der IAM-Konfigurationen, Netzwerkarchitektur, Daten-Zugriffskontrollen und Service-spezifischen Einstellungen - aus der Perspektive eines realen Angreifers.

Fazit: Konfiguration ist Sicherheit

Cloud-Sicherheit ist zu 85% Konfigurationsmanagement. Die gute Nachricht: Fehlkonfigurationen sind behebbar, oft mit geringem Aufwand. Ein Cloud-Security-Assessment alle 12 Monate - bei aktivem Wachstum alle 6 Monate - ist die wirksamste Investition in Ihre Cloud-Sicherheit. Genau das leistet unsere Cloud-Sicherheitsanalyse für AWS, Azure und GCP.

Häufige Fragen

Was sind die häufigsten Cloud-Fehlkonfigurationen?

Öffentlich zugängliche Storage-Buckets, zu weit gefasste IAM-Berechtigungen, fehlende Multi-Faktor-Authentifizierung für Admin-Konten und exponierte Zugangsschlüssel in Code-Repositories.

Wer ist für Cloud-Sicherheit verantwortlich - Anbieter oder Kunde?

Beide, nach dem Shared-Responsibility-Modell: Der Anbieter sichert die Infrastruktur, der Kunde ist für Konfiguration, Identitäten, Berechtigungen und Daten verantwortlich. Die meisten Vorfälle entstehen auf Kundenseite.

Wie oft sollte ein Cloud-Security-Audit stattfinden?

Mindestens alle 12 Monate, bei aktivem Wachstum oder häufigen Änderungen alle 6 Monate - zusätzlich nach größeren Architekturumstellungen.

Samir Shamdin

Samir Shamdin

IT-Sicherheitsberater & NIS2-Experte · 3. Platz NISCON Awards 2026 (Deutschlands beste Pentester)

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