Nach hunderten von Penetrationstests haben wir ein klares Bild davon, welche Schwachstellen in Unternehmensnetzwerken am häufigsten vorkommen. Das Erschreckende: Die meisten sind vermeidbar.
1. Veraltete Software und fehlende Patches
Ungepatchte Betriebssysteme und Software sind der häufigste Einstiegspunkt für Angreifer. Viele Unternehmen betreiben noch Windows Server 2008 oder veraltete Apache-Versionen mit bekannten Schwachstellen.
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Lösung: Automatisches Patch-Management einrichten und einen regelmäßigen Update-Zyklus festlegen.
2. Schwache Passwörter und fehlende MFA
Passwörter wie 'Sommer2024!' oder 'Firmenname123' sind in Sekunden geknackt. Ohne Mehrfaktor-Authentifizierung reicht ein gestohlenes Passwort für einen vollständigen Systemzugriff.
- Passwort-Manager für alle Mitarbeiter einführen
- MFA für alle externen Zugänge (VPN, E-Mail, Cloud) aktivieren
- Passwort-Richtlinien durchsetzen (mindestens 12 Zeichen)
3. Übermäßige Benutzerrechte
Das Prinzip der minimalen Rechtevergabe wird in vielen Unternehmen ignoriert. Buchhalter haben Admin-Rechte, Praktikanten Zugriff auf sensible Daten. Ein kompromittierter Account mit zu vielen Rechten ist eine Katastrophe.
4. Unsichere Netzwerksegmentierung
Flache Netzwerke ohne Segmentierung ermöglichen sogenannte 'Lateral Movement' Angriffe: Hat ein Angreifer Zugriff auf einen Rechner, kann er sich frei im gesamten Netzwerk bewegen.
5. Fehlende Überwachung und Logging
Viele Unternehmen bemerken einen Angriff erst Wochen oder Monate später. Ohne ordentliches Logging und SIEM ist es nahezu unmöglich, Angriffe rechtzeitig zu erkennen und zu stoppen.
Fazit
Die gute Nachricht: Alle fünf Schwachstellen sind mit vertretbarem Aufwand zu beheben. Ein professioneller Penetrationstest hilft Ihnen, diese und weitere Lücken in Ihrem spezifischen Umfeld zu identifizieren. Wie das konkret abläuft, lesen Sie auf unserer Seite zum Netzwerk-Penetrationstest.
Häufige Fragen
Was sind die häufigsten Schwachstellen in Unternehmensnetzwerken?
Die fünf häufigsten Schwachstellen sind veraltete Software ohne Patches, schwache Passwörter ohne Multi-Faktor-Authentifizierung, übermäßige Benutzerrechte, fehlende Netzwerksegmentierung und unzureichendes Logging.
Wie verhindert man Lateral Movement im Netzwerk?
Durch Netzwerksegmentierung: Kritische Systeme werden in getrennte Zonen aufgeteilt, sodass ein Angreifer mit Zugriff auf einen Rechner nicht das gesamte Netzwerk erreichen kann.
Warum reicht ein Virenscanner nicht aus?
Virenscanner erkennen bekannte Schadsoftware, aber keine Fehlkonfigurationen, schwachen Passwörter oder Berechtigungsfehler. Genau diese Lücken nutzen Angreifer am häufigsten aus - ein Penetrationstest deckt sie auf.
Samir Shamdin
IT-Sicherheitsberater & NIS2-Experte · 3. Platz NISCON Awards 2026 (Deutschlands beste Pentester)
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